„Kein Atomendlager an der Landkreisgrenze“

ÖDP/Aktive Bürger wollen Resolution des Kreistages. Verkommt das Brennelementezwischenlager (Bella) zu einem unsicheren Proforma-Endlager mit großen Gefahren auch für die Landkreisbevölkerung? „Diese Frage muss man leider mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten“, so Kreisrat Karl Wolf. Seine Fraktion möchte deshalb eine Resolution des Kreistages auf den Weg bringen.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer auch im Landkreis kursierenden Petition gegen die Einlagerung von hochradioaktiven Wiederaufarbeitungsabfällen aus dem britischen Sellafield beschäftigt sich die ÖDP erneut mit diesem Thema. „Erneut deshalb, weil wir uns bereits in der Bella-Planungsphase vor annähernd zwanzig Jahren sehr intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben“, so erinnert sich Karl Wolf. Leider hätte man damals wenig Unterstützung erhalten. Erfreulich, dass sich dazu aus der damaligen „Bürgerbewegung“ jetzt eine regelrechte „Politikerbewegung“ entwickelt habe. „An der Sachlage hat sich jedenfalls nichts geändert“, stellt der Loichinger Kreisrat fest. Leider sehe man sich inzwischen in den damaligen Befürchtungen bestätigt. „Die Endlagerfrage ist so ungelöst wie eh und je“, so Wolf. „Dies mit der Folge, dass sich Bella schleichend zu einem gefährlich strahlenden Endlager entwickelt“. Wie die Kreistagsfraktion ÖDP/Aktive Bürger jetzt in einer Pressemeldung mitteilt, bewertet sie das Niederaichbacher Zwischenlager vor den Landkreistoren als dazu technisch vollkommen unzureichend. Man unterstütze deshalb die Petition des Niederaichbacher Bürgermeisters, der sich gegen die Einlagerung wehrt und möchte dazu jetzt den Kreistag für die Verabschiedung einer Resolution gewinnen. Der Inhalt ist mit dem der Petition weitgehend identisch. „Diese Resolution soll dem Anliegen noch zusätzliches Gewicht verleihen und der Bevölkerung in den Berliner  und Münchener Ministerien Gehör verschaffen. Die Sorge ist schließlich mehr als berechtigt“, so die ÖDP/Aktive Bürger Kreisräte. Von Entfernung und Windrichtung seien einige Gemeinden des Landkreises Dingolfing-Landau nämlich mehr betroffen als die im benachbarten Standortlandkreis Landshut. Rückblick: Die Planungen für Bella wurden im Jahr 2001 durch die rot-grüne Regierung auf den Weg gebracht. „Durch die dezentrale Zwischenlagerung sollten Transporte vermieden und in einem Nebeneffekt der Bewegung gegen die Atommülltransporte der Wind aus den Segeln genommen werden“. Die geplanten Lager seien schon damals von Fachleuten als sicherheitstechnisch vollkommen unzureichend beurteilt worden. Nach den Terroranschlägen von 2001 sah man sich dann auch zu Nachrüstungen veranlasst. Nachdem jetzt Wiederaufbereitungsmüll zurückgenommen werden muss, hatte nach langen Verhandlungen 2015 auch die CSU-Staatsregierung zugestimmt, sieben Castoren in bayerischen Kraftwerkstandorten einzulagern. Mit dem Müll aus Sellafield stelle das Lager nochmals eine größere Gefahr da. Nicht zuletzt deshalb, da es dort keine Reparaturmöglichkeit für Castoren gebe. Es könne noch ein halbes Jahrhundert dauern, bis der dort gelagerte hochradioaktive Müll in ein Endlager verbracht werden kann, so Wolfs Befürchtung. Das sei nicht hinnehmbar. Deshalb werde die Bundesregierung in der Resolution auch aufgefordert, die Endlagersuche zu forcieren.

Bild: Auch wenn kein Kühlturm mehr dampft, bleiben dunkle Wolken vor den Toren unseres Landkreises (Bild: v.Wangenheim)

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