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Pressemitteilung

Energiewende auch gerecht gestalten

EU-Möglichkeiten für Verbraucher ausschöpfen - ÖDP-Wahlkampfauftakt. Wahlauftakt der ÖDP in Mamming mit dem bayerischen EU-Spitzenkandidaten Dr. Michael Stöhr. Sein Thema: Wie kann die Energiewende gelingen? Sein Fazit: „Grundsätzlich kann Deutschland vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt werden, vor allem aus Wind und Sonne“.

Glückwunsch und eine kleine Anerkennung für den ÖDP-Spitzenkandidaten Dr. Michael Stöhr (M.) von Kreisvorsitzendem Klaus Seufzger (l.) und dem örtlichen EU-Kandidaten Max Eineichner (r.)

Zu diesem Fachvortrag begrüßte Max Eineichner, örtlicher EU-Kandidat, die Zuhörer, darunter die Kommunalpolitiker Daniela Blankenburg, Alois Aigner und Karl Wolf. Dr. Michael Stöhr stellte sich dann als ÖDP-Landesbeauftragter für Klimaschutz und Energiefragen vor. Der promovierte Physiker engagiert sich beruflich bei B.A.U.M. Consult. Er arbeite seit 1987 auf europäischer Ebene. Einleitend stellte er fest, dass bereits viele planetarische Grenzen überschritten sind. Ob beim Verlust an Artenvielfalt, der Luftverschmutzung, Schädigung durch Mikroplastik, Bodenversiegelung oder durch die Klimaveränderung. Dabei verursache alleine das reichste Prozent der Weltbevölkerung 16 % der globalen Klimagasemissionen, die gesamte ärmere Hälfte aber nur halb so viel. Ähnlich in Deutschland. Damit gebe es also nicht nur planetare Grenzen, sondern auch soziale Grenzen, die zu beachten seien. Um die auseinanderklaffende Vermögensverteilung nicht auch noch im Energiebereich zu fördern, sehe er u.a. die flächendeckende Gründung von Energiegemeinschaften nach EU-Recht als große Chance. Leider habe dies auch die Ampel noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Damit könnte aber sichergestellt werden, dass die Verbraucher kostengünstig selbst produzierten Strom beziehen und im näheren Umkreis weitgehend abgabenfrei untereinander liefern dürfen. „Gewinne bleiben damit vor Ort und stärken nicht weiter die großen Energiekonzerne“, betonte Dr. Michael Stöhr. „Organisiert auf Kommunal- bzw. Quartiersebene kann damit die Versorgung mit erneuerbarer Energie kostengünstig und robust realisiert werden“. So wären beispielsweise Speicher effektiver und kostengünstiger als kleine Batterien in jedem Haus, so seine Anregung. „Prinzipiell kann in Deutschland die gesamte benötigte Energie alleine mit PV-Anlagen auf Gebäuden erzeugt werden“, so seine weitere Analyse. Das setze aber extrem große und damit teure Stromspeicher voraus. Optimaler sei die Kombination von Sonne und Wind, da sich diese bei der Erzeugung gut ergänzen. Hier bestehe gerade in Bayern Nachholbedarf. Aktuell würden nicht unerhebliche Flächen Deutschlands zum Anbau von Energiepflanzen verwendet. „Das sollte aus Effizienzgründen etwas reduziert werden“, so Dr. Stöhr. Man brauche Bioenergie zum Lastausgleich durchaus auch. Wenn man einen Teil dieser Flächen für PV-Anlagen nutze, ernte man aber ein Vielfaches an Energie pro Flächeneinheit. Mit Biotopen kombiniert, fördert dies zugleich Natur- und Artenschutz, ohne damit zusätzliche Flächen der Lebensmittelproduktion zu entziehen“, gab sich Dr. Stöhr überzeugt. Selbstverständlich dürften aber auch Dächer und bereits versiegelte Flächen wie Parkplätze nicht ungenutzt bleiben. Leider biete hier die Ampel noch nicht genügend Anreize. „Durchaus ist auch der Betrieb von Windkraftanlagen im Einklang mit Naturschutz möglich. Neben der, gemessen am Energieertrag, kleinen Standfläche der Anlagen kann weiter Land- und Forstwirtschaft betrieben werden, was Nutzungskonflikte vermeidet“, gab Dr. Stöhr zu bedenken. Im Übrigen sei eine dezentrale Energieversorgung weniger angreifbar und damit auch passive Landesverteidigung. Klar müsse sein, dass die bis 2030 angestrebte Reduzierung der Klimaerhitzung nicht mehr zu schaffen sei. Das mache die Speicherung von CO2 unvermeidbar. Aber wie? „Wir lehnen das großtechnische und im Übrigen nicht ungefährliche CCS-Verfahren ab“. Man „füttere“ damit nur Konzerne. Dieses werde nämlich vor allem von der fossilen Energiewirtschaft propagiert, die sich dadurch eine Verlängerung ihres bisherigen Geschäftsmodells erhoffe. Vielmehr müsse man künftig noch mehr auf natürliche Methoden wie die Steigerung des Humusaufbaus setzen. Dies erhöhe nebenbei die Bodenfruchtbarkeit, stabilisiere das Grundwasser und diene der Artenvielfalt. Die anschließende Frage- und Diskussionsrunde ergab dann noch viele weitere Gesichtspunkte. „Wir bleiben jedenfalls dran“, versprach Kreisvorsitzender Klaus Seufzger und bedankte sich abschließend mit einem kleinen Präsent beim Referenten.

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