Wenn jetzt die Windschutzscheibe sauber bleibt

ÖDP informierte über das aktuelle Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ „Wer wissen möchte, wie es um die Insektenwelt steht, kann entweder wissenschaftliche Studien lesen oder einen Blick auf die Windschutzscheibe seines Autos werfen“, so Suttner zu Beginn seines Vortrags. ÖDP-Kreisvorsitzender Klaus Seufzger konnte zuvor zahlreiche Besucher begrüßen.

Während früher viele Autofahrer über einen besonders harten „Insektenschwamm“ zur Reinigung der Windschutzscheibe verfügten, müssten heute nur noch selten tote Insekten abgewaschen werden, so Suttner weiter. Fachliche Hintergründe zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war dann das Thema des stellvertretenden Landesbeauftragten in seinen Vortrag am vergangen Dienstag in Mamming „Die erschreckende Krefelder Studie von 2017 hat gezeigt, dass die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland im letzten Jahrzehnt um 80% abgenommen hat“, führte Suttner aus. Eine Welt mit so wenig Bienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und Käfern bringe nicht nur Hunger und Not für die Vögel und andere insektenfressende Tiere, sondern werde auch problematisch für die Menschen: „Die Bestäubungsleistung der Insekten bei vielen Kulturpflanzen ist unersetzlich; aber auch der Verlust an Schönheit schmälert die Lebensqualität!“ Suttner berichtete von vielen Gesprächen mit Experten, die er mit seinem Team zur Vorbereitung des Volksbegehrens geführt habe: „Alle haben uns die gleichen Ursachen für das bedrohliche Insektensterben genannt: Die Intensivierung der Landwirtschaft, eine veränderte Grünlandnutzung ohne Blühwiesen, die Zerschneidung der Landschaft sowie der hohe Flächenverbrauch und das Verschwinden von Wegrainen, Hecken und Brachen.“ So wichtig das kürzlich erfolgte Verbot von drei besonders gefährlichen Bienengiften („Neonikotinoiden“) sei, so dringend sei nach Ansicht der Experten eine umfassende und grundlegende Änderung unseres Umgangs mit der Natur. Aufgrund dieser Ursachenanalyse habe dann ein ÖDP-Team zusammen mit Fachanwälten einen Entwurf für eine Verbesserung des Bayerischen Naturschutzgesetzes gemacht, den die Bürger nunmehr mit ihrer Unterschrift zum Volksbegehren unterstützen können. Kernstück sei die Festlegung des Zieles, schrittweise mindestens 30% der landwirtschaftlichen Flächen im Freistaat ökologisch zu bewirtschaften. Außerdem soll ein Netz von miteinander verbundenen Biotopen entstehen. „Dies kann am besten erreicht werden, wenn an allen Bächen und Flüssen im Freistaat Uferrandstreifen ökologisch aufgewertet, alle bestehenden Hecken und Alleen geschützt und an geeigneten Stellen neue gepflanzt werden“ meinte Suttner. Dies alles müsse natürlich für die Landwirte positiv gestaltet werden: „Wir treten dafür ein, Gemeinwohlleistungen der Bauern für den Artenschutz und die Reinhaltung des Trinkwassers ausreichend zu bezahlen“ betonte der Referent. Seiner Meinung nach müssten sich die Landwirte entscheiden, „ob sie unter dem Druck des Weltmarktes nach der Methode Wachsen oder Weichen ihre Betriebe weiter industrialisieren oder nicht doch lieber in die ökologische Richtung mit weniger Produktion und mehr bezahlten Gemeinwohlleistungen gehen wollen.“ Der Gesetzentwurf des Volksbegehrens sieht auch vor, dass der Artenschutz in allen Lehrplänen von der Grundschule bis zur landwirtschaftlichen Berufsschule einen hohen Stellenwert bekommt: „Nur was man kennt, kann man auch wertschätzen und schützen“ betonte der gelernte Pädagoge Suttner. Er schloss seinen Vortrag mit einem Zitat von Papst Franziskus aus dessen Enzyklika Laudato Si: „Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.“

Eine kleine Stärkung für weitere Aktivitäten von den Kandidaten Klaus Seufzger, Ruth Schmidbauer und Stefan Nußbaumer (v.l.)

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